3. Zukunftskongress Staat & Verwaltung
Das Thema Digitalisierung beschäftigt die öffentliche Verwaltung zunehmend, allerdings mit einem eher engen und begrenzt innovativen Fokus. Im Mittelpunkt stehen IT-Sicherheit, die Einführung der elektronischen Akte, der Auf- und Ausbau des Online-Angebots von Behördendienstleistungen sowie der Aufbau interner Kapazitäten und Kompetenzen im Bereich E-Government. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative bundesweite Studie „Zukunftspanel Staat & Verwaltung 2015“. Die Möglichkeit der elektronischen Bezahlung wird hingegen erst von 25 Prozent der befragten Behörden aufgegriffen. Mit DE-Mail, Mobile Government-Anwendungen, Cloud Computing und Big Data beschäftigen sich deutsche Behörden bisher kaum.
Schuldenbremse behindert notwendige Investitionen
Sowohl die öffentliche Hand als auch Unternehmen sehen den größten Investitionsbedarf in den kommenden fünf Jahren in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und digitale Infrastruktur gefolgt von Bildungsinvestitionen und dem Ausbau der Altenpflege. Gleichzeitig zeigt sich ein erhebliches Spannungsfeld mit der Schuldenbremse, die aus Sicht von mehr als 40 Prozent der befragten Behörden zu Lasten von Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur geht und vor allem die Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Einer Beteiligung privatwirtschaftlicher Finanzierungsmodelle zur Deckung des Investitionsbedarfs, wie sie gegenwärtig vermehrt diskutiert wird, steht eine deutliche Mehrheit der befragten Behörden weiterhin skeptisch gegenüber.
Grundlage für die Modernisierung und Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung ist auch ein modernes Personalmanagement. Die Studie bestätigt die Dringlichkeit einer Professionalisierung des Personalmanagements und die Forderung nach einer Reform des öffentlichen Dienstrechts, um eine stärkere Flexibilität zu erreichen sowie Fachkarrieren und Leistungsanreize zu fördern. Die Juristendominanz in Führungspositionen wird seitens der Behörden selbst zunehmend skeptisch gesehen. Eine stärkere Durchlässigkeit zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Verwaltung unterstützen insbesondere die befragten Unternehmen, aber auch 49 Prozent der Behörden sehen sie als notwendig an, um die Handlungs- und Innovationsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu sichern.
Zukunftskongress Staat & Verwaltung am 23./24. Juni in Berlin
Diesen Entwicklungen und insbesondere der Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen widmet sich der „3. Zukunftskongress Staat & Verwaltung“ am 23./24. Juni 2015 im Berliner bcc. Der Zukunftskongress wird von der Wegweiser Media & Conferences GmbH Berlin unter Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern Dr. Thomas de Maizière und in Kooperation mit Accenture, der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.V. (Vitako) sowie zahlreichen weiteren institutionellen und privatwirtschaftlichen Partnern organisiert.
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